Stand: 5. November 2026

Vorarlberger Unternehmer diskutierten bei Rondo über Verantwortung und Zukunftsinvestitionen

Drei Männer bei einer Präsentation stehen neben vier Glaszylindern mit verschiedenen Abfallproben in einem Konferenzraum.

Rund 40 Unternehmerinnen und Unternehmer folgten der Einladung des Wirtschaftsforums der Führungskräfte (WdF) Vorarlberg zur Rondo Ganahl AG in Frastanz. Im Mittelpunkt standen unternehmerische Entscheidungen in einem sich dynamisch verändernden Umfeld, die Zukunft der industriellen Energieversorgung und das geplante Kraftwerk im Rahmen der Initiative „Energieautonomie Frastanz“.

Unter dem Titel „Unternehmerische Entscheidungen auf einem sich dynamisch ändernden Spielfeld“ lud das Wirtschaftsforum der Führungskräfte Vorarlberg zu einem Austausch bei der Rondo Ganahl AG in Frastanz. 58 Führungskräfte nutzten die Gelegenheit, um sich mit den Herausforderungen langfristiger Investitionsentscheidungen auseinanderzusetzen.

Im Gespräch mit dem WDF-Landesvorsitzenden Michael Walser erläuterten Vorstandsvorsitzender Hubert Marte und der technische Vorstand Udo Nachbaur die Hintergründe des geplanten Kraftwerks und gingen auf wirtschaftliche, technische und gesellschaftliche Fragestellungen ein.

Langfristige Energieversorgung als Standortfrage

Ein zentrales Thema des Abends war die Frage, wie energieintensive Industrieunternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern können. Die Papierfabrik von Rondo benötigt jährlich allein rund 140 Gigawattstunden Wärmeenergie, die derzeit überwiegend mit Erdgas erzeugt wird. Mit dem geplanten Kraftwerk soll der Erdgasverbrauch am Standort um rund 90 Prozent reduziert und gleichzeitig der benötigte Strom und die thermische Energie erzeugt werden.

Die geplante Kraft-Wärme-Kopplungsanlage soll Reststoffe aus der eigenen Papierproduktion sowie geeignete, aufbereitete gewerbliche Reststoffe aus Vorarlberg energetisch nutzen. Darüber hinaus eröffnet das Projekt Perspektiven für eine regionale Wärmeversorgung weiterer Betriebe und Haushalte.

Verantwortung für Mensch und Umwelt

Neben den wirtschaftlichen Überlegungen standen mögliche Auswirkungen des Kraftwerks auf die Region im Mittelpunkt. Udo Nachbaur erläuterte die technischen Anforderungen an die Anlage sowie die Untersuchungen im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung. Dabei werden unter anderem die Auswirkungen auf Luftqualität, Gesundheit, Verkehr, Lärm und Natur geprüft.

Hubert Marte und Udo Nachbaur unterstrichen, dass Fragen und Sorgen der Bevölkerung ernst genommen werden müssen. Gleichzeitig sei es wichtig, die Diskussion auf Grundlage nachvollziehbarer Fakten zu führen. Rondo hat deshalb in den vergangenen Monaten verstärkt auf persönliche Gespräche, Werksbesichtigungen, Dialogrunden und eine öffentliche Planausstellung gesetzt. Diese Formate ermöglichen es Interessierten, sich direkt mit den Projektverantwortlichen und Fachleuten auszutauschen.

Dabei wurde deutlich, dass große Industrieinvestitionen heute weit über technische und wirtschaftliche Fragen hinausgehen. Sie erfordern langfristiges Denken, eine sorgfältige Abwägung unterschiedlicher Interessen und transparente Kommunikation.

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